Unter die Gürtellinie

Na, allzu überraschend kam das Ergebnis am Dienstag ja nicht. Clinton gewann, aber nicht so überzeugend, um dem Wahlkampf eine wirklich neue Richtung zu geben. Also geht’s erstmal weiter mit Obama wohl als klaren Favoriten in North Carolina und einem Umfragevorsprung in Indiana. So langsam fragt man sich auch in den MSM, ob eine gewisse Ressentimentbasis bei ländlichen Wählern, nicht eine höhere Einstiegshürde für Obama darstellt als erwartet, wie das Ergebnis in Pennsylvania vermuten lässt.

Die Clinton-Strategie, Obamas Glaubwürdigkeit durch Schläge unter die race-Gürtellinie zu schädigen, zieht nun auch weitere Kreise. So kritisierte der schwarze Abgeordnete James Clyburn, einer der höchstrangigen demokratischen Parlamentarier, Bill Clintons Kommentar, dass Obamas Unterstützung durch schwarze Wähler mit der verlorenen 1988er Kampagne Jesse Jacksons, die nie wirklich weiße Wählerschichten in größerem Maßstab erreichen konnte, zu vergleichen sei. Der Ex-Präsident selbst hat diese eigentlich schon vergessene Episode wieder ausgegraben, als er sich zum Schrecken der eigenen Kampagne öffentlich als Opfer einer Verschwörung durch die Obama-Seite darzustellen versuchte.

Und, das wird auch seine deutschen Schäfchen sicher freuen, Michael Moore hat sich kürzlich für Obama ausgesprochen mit Rückbezug auf die Angriffe Clintons während der Debatte. Sinngemaß schreibt er mit altbekanntem Pathos, dass Clinton wie eine Verrückte klang, als sie durch Obama durch bizarrste Assoziationsketten angriff. Dem ist wohl auch nichts hinzuzufügen.


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